Onlinedurchsuchung durch das BKA

Die Bundesregierung legt einen Gesetzentwurf (16/10121) vor, mit dem auch die Konsequenzen aus der Föderalismusreform gezogen werden. Im Rahmen dieser Reform wurde dem Bund die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz bei der Terrorismusbekämpfung übertragen.

Neben polizeilichen Standardbefugnissen sollen dem BKA “besondere Mittel der Datenerhebung” zur Verfügung gestellt werden. Dazu erhalte das BKA die “Befugnis zum verdeckten Eingriff in informationstechnische Systeme” (so genannte Online-Durchsuchung). Nach den Ausführungen der Regierung soll die bisher nicht in Polizeigesetzen der Länder geregelte Online-Durchsuchung nur dann erforderlich werden, wenn andere polizeiliche Maßnahmen gegen terroristische Zellen, die über modernste Kommunikationsmittel und das Internet miteinander vernetzt sind, nicht mehr greifen würden. Außerdem erhält das BKA Befugnisse zur Überwachung der Telekommunikation, zur Erhebung von Verkehrs- und Nutzungsdaten sowie zum Einsatz von technischen Mitteln zur Identifizierung und Lokalisation von Mobilfunkendgeräten. Diese Befugnis sei auch bereits in etlichen Polizeigesetzen der Länder enthalten, schreibt die Regierung.

[Quelle – hib-Meldung vom 21.08.2008}

Kommission sorgt für mehr Transparenz im Luftverkehr

Die Europäische Kommission hat heute beschlossen, den überwiegenden Teil der Luftsicherheitsvorschriften der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung der Liste der in der EU verbotenen Gegenstände erleichtert es den Fluggästen, sich zu informieren, was an Bord von Flugzeugen mitgenommen werden darf und was nicht. Außerdem führt diese Maßnahme zu größerer Transparenz der in diesem Bereich geltenden EU-Vorschriften. Die bestehenden Luftsicherheitsvorschriften bleiben von dem heutigen Beschluss unberührt. Wesentliches Ziel ist es vielmehr, einen großen Teil dieser bislang noch nicht amtlich veröffentlichten Bestimmungen allgemein zugänglich zu machen, ohne die Luftsicherheit zu beeinträchtigen.

Die Verordnung wird im Amtsblatt der Europäischen Union und auf der folgenden Website der Kommission veröffentlicht werden.

{Quelle – PM EU vom 08.08.2008]

ACTA-Abkommen – Schwarze Listen gegen Tauschbörsen?

Die französische EU-Ratspräsidentschaft werde “eine zentrale Rolle” spielen, heißt es aus der EU-Kommission zum ebenso umstrittenen wie geheimen ACTA-Abkommen. Eines der ersten Gesetze der Regierung unter Nicolas Sarkozy sieht schwarze Listen und Internet-Sperren gegen Tauschbörsennutzer sowie Internet-Filterung zum “Schutz geistigen Eigentums” vor….

Es geht im Einzelnen um neue Ermächtigungen vor allem für Zollbehörden. Zum in Internet kursierenden Diskussionspapier schreibt die Kommission an ORF.at

“Andere Dokumente, sogenannte ‘Non-Papers’ und ‘Diskussionspapiere’ unbekannter Herkunft, können nicht als die Grundlage für die Diskussionen und Verhandlungen gesehen werden”, heißt es im Schreiben aus der Kommission an ORF.at.

Transparent, Transparent

{Quelle – futurezone.orf.at vom 05.06.2008}

strafprozessuale TK-Überwachungsmaßnahmen 2007

Die Bundesnetzagentur hat in ihrem Amtsblatt die Jahresstatistik 2007 der strafprozessualen Überwachungsmaßnahmen der Telekommunikation gemäß § 110 Abs. 8 TKG veröffentlicht. Danach wurden von den Gerichten im letzten Jahr 38.386 Anordnungen zur Überwachung der Telekommunikation sowie 7.603 Verlängerungsanordnungen erlassen. Die Anordnungen betrafen 39.200 Rufnummern von Mobiltelefonanschlüssen und 5.078 Rufnummern von Festnetzanschlüssen (analog und ISDN).

Die bisherige gesetzliche Verpflichtung der Veröffentlichung ist zum 1. Januar 2008 weggefallen. Diese Aufgabe liegt nunmehr in den Händen der Bundesländer, der Generalbundesanwältin und des Bundesamtes für Justiz.

[Quelle PM Bundesnetzagentur vom 07.05.2008]

Einzelverbindungsnachweis – Mindeststandards

Die Bundesnetzagentur hat jetzt erstmals verbindliche Mindeststandards für den sog. “Einzelverbindungsnachweis” festgelegt. Dies war nach der Änderung des Telekommunikationsgesetzes möglich geworden. Der Verbraucher hat einen Anspruch auf eine nach Einzelverbindungen aufgeschlüsselte Rechnung, wenn er diese zuvor bei seinem Telekommunikationsanbieter beauftragt hat. Erstmals gilt dieser Anspruch auch für Datendienste, z. B. Internetverbindungen oder SMS. Weiterlesen